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06. Juni. 2018

Mentoren für Startups sind wie Personal Trainer für Fitness Lovers

Der Begriff Mentor kommt aus der Antike. Ein älterer, erfahrener Mentor begleitet als Lehrer und Vorbild einen jüngeren Menschen und lässt ihn an seinem Erfahrungswissen teilhaben. Mentoring ist heute eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente in der Arbeitswelt, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und Erfahrungen weiterzugeben. Mentoren für Startups sind wie Personal Trainer für Fitness Lovers.

Ein Mentor kann zu einer der wichtigsten Personen im Leben werden, zumindest was den beruflichen Aspekt betrifft. Hier soll es um das Thema Mentoring gehen, und wie uns ein wohlwollender Lehrer die bedeutendsten Dinge beibringen kann.

Im Gegensatz zu allen anderen Lehrern, zu den Eltern, den Lehrern in der Schule und sogar zu den Kindern kann man sich einen Mentor wirklich selbst aussuchen. Das ist sogar extrem wichtig, denn nicht jeder Mentor ist für jeden „Schüler“ gleich geeignet.

Der Unterschied und Vorteil beim Mentoring im Erwachsenenalter ist eben gerade, dass man sich freiwillig zusammenfindet und auf der Basis persönlicher Sympathie und einer ähnlichen Wellenlänge gemeinsam arbeitet, bzw. sich inspirieren lässt. Niemanden setzt einem den Mentor vor die Nase, im Gegenteil, es ist immer eine Frage der persönlichen Wahl.

Voraussetzungen für ein funktionierendes Mentoring

Im Mittelpunkt für ein gelingendes Mentoring steht die Beziehung zwischen Mentee und Mentor. Das erfordert besondere Kompetenzen von beiden Gesprächspartnern: Empathie, Bereitschaft, sich selbst in Frage zu stellen, Offenheit, Feedback-Kompetenz, Zuhören-Können und eine ausgeprägte Lernmotivation.

Ich persönlich bin Mentorin eines 14-jähringen Mädchens Namens Eda. Im Rahmen der ROCK YOUR LIFE Initiative setzte ich mich für Eda ein, damit sie einen super Einstieg in die Berufswelt erhält. Ich bin in diesem konkreten Fall die Instanz zwischen Elternhaus und Schule.

Als ROCK YOUR LIFE!-Mentorin engagiere ich mich für gerechtere Bildungschancen und mehr soziale Mobilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich habe die einmalige Chance, die Gesellschaft, in der ich lebe, zu beeinflussen. Dort gebe ich mein Wissen weiter und bekomme etwas zurück, das mit Geld nicht zu bezahlen ist: Erfahrung. Als ROCK YOUR LIFE!-Mentorin kannst ich Taten sprechen lassen und mich für meine Zukunft engagieren – und für die einer Schülerin, eines Schülers. Ich habe die Möglichkeit, meine Perspektiven zu erweitern, soziale Kompetenzen zu entwickeln und wertvolle Fähigkeiten zu erwerben, die mir bei meiner Berufswelt nützlich sind. Denn während meine Mitstudierenden und Kollegen noch nach Soft Skills und dem Seminar für Führungsqualitäten suchen, bin ich ihnen diesen Schritt schon voraus und wende sie in der Praxis an.

An der HWZ haben meine damalige Mitstudentinnen und ich eine Plattform aufgesetzt, welche die Studierenden verbindet. Diese Plattform sollte einen regen Austausch und ein aktives Netzwerken ermöglichen. Ich habe Zusammenfassungen von Mitstudenten und v.a. von mir hochgeladen, damit alle folgenden Studis davon profitieren können. Das ist jetzt vier Jahre her, und ich erhalte heute noch Dankes-Email und SMS.

Warum habe ich, oder haben wird das gemacht? Because we care. Es ist uns wichtig, wie die nächste Generation vorwärtskommt. Menschen und Wissen sind uns ein Anliegen. Genauso wie Bildung und Engagement. Vorbilder zu sein. Leute zu bewegen. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass eine Stimme viel aussagen kann. Das man aber zusammen viel stärker ist, und schneller «fürschi» kommt.

Letztens schrieb mir eine HWZ-Studentin, welche letzten Sommer begonnen hat, ob ich ihre Mentorin sein möchte. Sie hat mich ausgewählt. Sie sagte, sie bewundert mein Engagement, mein Herz für meine Mitmenschen sowie meinen Mut aufzustehen, und meine Bedürfnisse, Probleme selber aktiv anzugehen – ich hatte Tränen in den Augen.

Wenn ich ihr mein Wissen und meine Erfahrungen vermitteln kann, dann bin ich happy. Und ich finde, dass sollten wir alle. Sharing ist nun einmal caring.

Wir kennen sie doch alle, diese Momente im Leben, in denen wir mit dem Kopf gegen die Wand rennen wollen. Oder man steckt mitten in der „Wer-bin-ich-und-was-will-ich“ Phase. Hier ist es wichtig jemanden zu haben, der uns den Weg zur richtigen Perspektive aufzeigt.

Also ja, man braucht Mentoren. Ich habe selbst auch einen Mentor. Einen HWZ-Dozenten, welcher mir seit dem Tag unserer Selbstständigkeit zur Seite stand. Mit Rat und Tat. Manchmal nur mit Zuhören. Und ich sagen euch, das wirkt Wunder.

Könnt ihr euch erinnern, wann ihr mal Mentor oder wann Mentee wart? Ich freue mich auf eure Geschichten.

Cheers,
Arbela